Mac OS X startfähig auf eine andere Festplatte klonen

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Artikel von Tiramigoof

Die „alten Hasen“ werden sich bestimmt erinnern: damals, mit dem guten alten Mac OS Classic, war es denkbar einfach, das komplette Betriebssystem mal eben auf ein anderes Volume zu befördern. Systemordner per Finder rüberkopieren – fertig !

Unter Mac OS X ist es allerdings mit dem Kopieren im Finder nicht mehr getan; das Startvolume enthält eine Menge unsichtbare Dateien und Ordner, die das System benötigt, und seit 10.7 ist da ja auch noch die Recovery Partition. Mit dem richtigen Tool ist es aber nicht schwierig, das Startvolume bootfähig zu klonen. Vorbereitungen

Vor dem Klonen sollte man sicherstellen, daß das Zielvolume die richtige Partitionstabelle aufweist. Macs mit Intel-Prozessor können nur von Volumes mit der GUID-Partitionstabelle starten; ältere PowerPC-Macs benötigen dazu die Apple-Partitionstabelle. Format für das Startvolume ist in beiden Fällen „Mac OS X Extended (Journaled)“.

Überprüfen lassen sich diese Einstellungen mit dem Festplatten-Dienstprogramm. Klickt man hier in der Liste den Festplatten-Controller an, läßt sich im unteren Bereich des Fensters das Partitiontabellen-Schema ablesen. Ein Klick auf die Partition zeigt das Format des Volumes an. Sollte die Festplatte die falsche Partitionstabelle haben, muß sie vor dem Klonen neu partitioniert werden. Wie das geht, haben wir in diesem Artikel beschrieben.

Partitionstabelle

Der Mac muß natürlich auch in der Lage sein, von dem anderen Volume zu booten. Es ist z.B. nicht möglich, einen PowerPC-Mac von einer USB-Festplatte zu starten; Intel-Macs dagegen starten auch über USB. Die Firewire-Schnittstelle kann bei allen Macs zum Starten verwendet werden. Die allermeisten Firewire-Platten sind bootfähig – es gibt aber auch die eine oder andere Ausnahme. Wer einen eSATA-Controller verwendet, sollte prüfen, ob der Rechner davon hochfahren kann. Klonen mit Bordmitteln: Festplatten-Dienstprogramm

Apples Festplatten-Dienstprogramm kann nicht nur Datenträger löschen und reparieren – man kann damit auch bootfähige Kopien des Startvolumes erstellen. So gehts:

1. Die Festplatte, auf die die Daten kopiert werden sollen, an den Rechner anschließen und das Partitiontabellen-Schema überprüfen (s. oben). 2. Wer noch mit Mac OS X 10.5 oder 10.6 arbeitet, kann das laufende Betriebssystem direkt klonen – ein Neustart von der System-DVD ist nicht nötig. Läuft der Mac mit 10.7 oder 10.8, muß er zum Klonen von der Recovery-Partition gestartet werden. 3. Das Festplatten-Dienstprogramm starten und links in der Liste eines der vorhandenen Volumes auswählen. 4. Auf den Reiter „Wiederherstellen“ klicken. 5. Per Drag & Drop die Volumes aus der Liste in die Felder „Quelle“ und „Zielmedium“ ziehen. Quelle ist dabei natürlich das aktuelle Startvolume, Zielmedium die neue Festplatte. 6. Bis einschließlich 10.6 läßt sich auswählen, ob das Zielvolume vor dem Klonen gelöscht werden soll oder nicht. Ab 10.7 wird das Zielvolume grundsätzlich gelöscht. 7. Ein Klick auf den Button „Wiederherstellen“ startet das Kopieren. Je nach Datenmenge dauert das eine ganze Weile.

Wiederherstellen

Das Festplatten-Dienstprogramm erstellt eine echte 1:1-Kopie des Startvolumes. Auch die Recovery-Partition wird dabei problemlos auf die andere Festplatte übertragen. Sobald der Kopiervorgang abgeschlossen ist, kann der Mac sofort von dem anderen Volume gestartet werden.

Das Wiederherstellen mit dem Festplatten-Dienstprogramm ist sehr gut geeignet, wenn man den Inhalt der Festplatte nur einmalig übertragen will – zum Beispiel beim Austausch der Platte gegen ein größeres Modell. Weitere Optionen bietet Apples Programm allerdings nicht – so ist es etwa nicht möglich, Dateien und Ordner vom Kopieren auszuschließen, und auch eine Sync-Funktion steht nicht zur Verfügung. Wer seinen startfähigen Festplatten-Klon als regelmäßiges Backup verwenden möchte, sollte lieber zu einem anderen Tool greifen.

Nicht möglich ist das Wiederherstellen von Mac OS X 10.7 und 10.8 auf ein Software-RAID – vermutlich, weil die Recovery-Partition nicht auf das RAID übertragen werden kann. Auch in diesem Fall muß ein anderes Tool zum Klonen verwendet werden. SuperDuper!

Mit dem kleinen Tool „SuperDuper!“ von ShirtPocket lassen sich ganz einfach Kopien der Systemfestplatte erstellen: Einfach Quelle und Ziel auswählen und auf „Copy Now“ klicken – und der komplette Inhalt der Festplatte wird startfähig auf das Zielvolume übertragen. Die Recovery Partition wird dabei allerdings nicht kopiert.

SuperDuperSuperDuper! bringt außerdem noch eine Menge praktische Funktionen mit. Man kann Zeitpläne zum automatischen Duplizieren von Volumes erstellen. Mit der Option „Smart Update“ werden nur neue und geänderte Daten kopiert, was eine Menge Zeit spart, und per Copy Script lassen sich beliebige Dateien und Ordner vom Kopieren ausschließen. SuperDuper! eignet sich sehr gut für regelmäßige Backups.

Die (fast voll funktionsfähige) Basisversion des Programms ist kostenlos, eine Vollversion kostet ca. 28 Dollar. Carbon Copy Cloner

Das wohl bekannteste und umfangreichste Programm zum Klonen von Mac OS X ist der Carbon Copy Cloner von Bombich Software. Mit dem CCC lassen sich Zeitpläne für automatische Backups anlegen, Email-Benachrichtigungen senden, Dateien und Ordner vom Kopieren ausschließen und vieles mehr. Auf den Seiten von Bombich Software findet sich eine sehr umfangreiche Dokumentation, die auch viele allgemeine Fragen rund um das Klonen beantwortet.

Seit Version 3.4.4 kann der Carbon Copy Cloner auch die Recovery Partition auf das Zielvolume übertragen. Wie gut das funktioniert, haben wir allerdings noch nicht ausprobiert – die vor ein paar Jahren erschienene Version 3.0 des Programms war beim Kopieren dermaßen langsam, daß wir seitdem nur noch das Festplatten-Dienstprogramm zum Klonen verwenden. Vielleicht hat ja jemand praktische Erfahrungen mit dem aktuellen CCC ?

Carbon Copy Cloner steht als 30-Tage-Demo zur Verfügung, die Vollversion kostet ca. 34 Euro. Weitere Tools

Es gibt noch einige andere Tools, mit denen sich das Mac OS X-Startvolume klonen läßt. Jedes davon hat seine besonderen Stärken. Erwähnt seien hier noch Synchronize! Pro X von Qdea (kann auch auf Netzwerkvolumes zugreifen, guter Support), CopyCat X von SubRosaSoft (klont auch fehlerhafte Festplatten und Windows-Volumes) und Clone X von Tri-Edre (das haben wir bisher noch nicht ausprobiert). Wer nur auf möglichst einfache Art sein komplettes Startvolume auf eine andere Festplatte übertragen möchte, dem empfehlen wir Apples Festplatten-Dienstprogramm.